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Miraly, im Land der Elfen

Leni schmiss erst die Türe zu, und dann Ihren Ranzen in die Ecke. Ferien! Endlich! Sechs Wochen ohne Fräulein Schubert! Und drei Wochen Korsika! Der erste Urlaub seit drei Jahren! Endlich konnte sich ihr Vater mal von seinem Geschäft lösen und einfach nur für die Familie da sein. Er arbeitete viel und schwer, um Leni und ihrer Mutter ein angenehmes Leben zu bieten. Leni lief nun Richtung Küche. Wo war denn Mama nur? Sonst hörte sie schon ihr fröhliches Singen, sowie sie nur den Flur betrat, heute jedoch empfing sie nur ungewohnte Stille. "Mama, wo bist du?" rief sie nun, doch niemand antwortete. Komisch, dachte sie, Mama wusste doch, dass sie zu Ferienbeginn nur zwei Stunden Schule hatten, und sie war immer zu Hause, wenn Leni Mittags heim kam. Leni schaute kurz in den Spiegel der Flurgarderobe. Ja, Susi hatte recht. Das kurze blonde Haar stand ihr sehr gut und betonte ihre großen grünen Augen. Erst war Leni gar nicht so begeistert gewesen, als ihre Mutter ihr vorschlug, für den Urlaub die Haare abzuschneiden. Das wäre besser bei der Hitze und auch leichter zu frisieren, hatte sie gemeint. Wo Mama recht hat, hat sie recht, dachte Leni und nachdem sie nun in jeden Zimmer nachgeschaut hatte, stand fest, Mama war nicht da! Gerade als Leni überlegte, ob sie ihre Mutter auf dem Handy anrufen sollte, hörte sie, wie die Wohnungstür aufgeschlossen wurde. Mama! Dachte sie freudig, doch die Frau, die jetzt in den Flur trat, war nicht Mama. Das war eine Polizistin! Leni schaute erschrocken zu der Polizei Beamtin. "Was ist passiert?" fragte sie ängstlich. Wenn die Polizei nach Hause kommt, ist doch immer was passiert! Die junge Beamtin schaute Leni mitfühlend an und stellte sich erst mal vor:"Hallo, Du musst Leni sein, ich bin Susanne Reinhart." Sie reichte Leni ihre Hand, die diese zitternd ergriff:"Wo ist meine Mutter?," fragte Leni ängstlich,"ist ihr etwas passiert?" Frau Reinhart strich dem elfjährigem Mädchen beruhigend über den Kopf:"Nein, nein. Deine Mutter geht es gut. Aber Dein Vater hatte einen schweren Unfall und wollte in eine Spezialklinik in der Schweiz; und deine Mutter ist mit geflogen. Sie bat mich, dir ein paar Sachen zusammen zu packen und Dich zu deiner Großmutter zu bringen." Leni sah sie entsetzt an."Papi,"sagte sie nun und senkte die Augen,"wir wollten in Urlaub fahren." Susanne schüttelte traurig den Kopf:" Das wird wohl jetzt nichts, Leni. Dein Vater wird Wochen brauchen um zu genesen." Nun musste Leni doch weinen. Papa ein Unfall und schwer verletzt, Mama nicht zu Hause und ein ins Wasser gefallener Urlaub! Na, die Sommerferien fingen ja toll an! Und nun sollte sie zu Oma Lehnchen, die sie zwar sehr mochte, bei der es aber sicher sehr langweilig den Sommer über werden würde. Leni seufzte, fügte sich aber dann:"Na, dann werde ich mal meinen Koffer packen,"schluchzte sie," ich habe ja keine andere Wahl." Susanne schüttelte den Kopf:"Nein, Leni, leider nicht."

Als sie eine Stunde später bei ihrer Großmutter ankamen, stand diese schon wartend am offenen Tor. Ihre Tochter hatte sie telefonisch darüber informiert, was vorgefallen war. Leni sprang aus dem Auto, direkt in die offenen Arme ihrer geliebten Omi."Ach Omi,"schluchzte sie, "ist das nicht alles ganz furchtbar?" Lehnchen Malmer drückte ihre Enkelin fest an sich:"Ja, mein Schatz, ganz schlimm ist das, was Deinem Vater passiert ist." Dann begrüßte sie Susanne, die Lenis Koffer abstellte und der alten Dame ihre Hand reichte:" Guten Tag Frau Malmer, ich bin Susanne Reinhart und wurde beauftragt Leni zu Ihnen zu bringen." Lehnchen Malmer strich eine ergraute Haarsträhne aus ihrem Gesicht. "Ja, meine Tochter hat mir schon Bescheid gegeben."erklärte sie der Polizistin. Susanne lächelte sie an:" Ich muss dann auch schon wieder los,"sprach sie und winkte Oma Lehnchen und Leni zu," trotz allem schöne Ferien, Leni." "Danke," winkte Leni murmelnd zurück. Was sollen das wohl für Ferien werden, hier auf dem Dorf, dachte sie.Hier gab es ja noch nicht mal ein Mädchen in ihrem Alter. Doch da hatte ihre Großmutter eine Überraschung für sie parat. Als sie zusammen beim Abendbrot saßen, rückte sie damit heraus. Kauend sah sie ihre Enkelin an:" Du kennst doch Frau Schauer, vom Nachbarhof?"fragte sie Leni und schluckte den Rest ihres Leberwurstbrotes hinunter. Leni nickte:"Klar, kenne ich sie, warum?" Leni schnappte sich noch eine der schwarzen Oliven aus dem kleinen Schälchen mit dem Rosen Dekor, sie liebte Oliven.Oma Lehnchen schenkte sich von dem Hagebuttentee nach.Leni winkte ab, als sie auch ihr die Tasse auffüllen wollte, eine Tasse von dem Zeug langte ihr! Oma Lehnchen stellte die Kanne ab und lächelte Leni zu:" Frau Schauer hat eine Enkelin, die in Irland lebt. Diese Ferien wird sie hier verbringen , bei ihrer Großmutter und ich habe mir gedacht wir könnten sie doch mal einladen, vielleicht könnt ihr ja Freundinnen werden."Fragend schaute sie Leni an. Diese horchte interessiert auf. Ein Mädchen aus Irland. Das klangt interessant! Vielleicht würden die Ferien doch nicht so langweilig werden. Aufgeregt sah sie nun ihre Großmutter an:"Klar Omi, sehr gerne, wie heißt sie denn?" Oma Lehnchen dachte nach:" Hm, warte da muss ich überlegen. Der Name war mir total unbekannt. Irgendwas mit M. Ma, Mu,nein, Miraly war es!" fiel ihr nun der Name des Mädchen wieder ein.Leni sprang auf."Was für ein wunderschöner, geheimnisvoller Name, Omi!" rief sie. Nun konnte sie kaum mehr abwarten, das Nachbarmädchen einzuladen.

Die erste Nacht bei der Großmutter verbrachte Leni mit wirren Träumen. Träumen vom Unfall des Vaters, von grünen Wiesen in Irland und von dem geheimnisvollen Mädchen Miraly. Miraly!dachte sie nun freudig, als ihr die Sonne an der Nase kitzelte und sie dadurch richtig wach geworden war. Heute Nachmittag würde sie sie besuchen kommen! Schnell schlug Leni die Decke weg und sprang fröhlich aus dem Bett. Ferien! Auch wenn das schlimm war, was ihrem Vater passiert war,irgendwie fühlte Leni, dass diese Ferien etwas ganz besonderes werden würden.Es war Drei Uhr am Nachmittag, als es endlich an der Türe klopfte.Schnell sprang Leni von ihrem Stuhl, rannte durch den Flur, riss ihre Großmutter fast um, und öffnete die Tür. Doch was war das? Leni petzte ihre Augen zusammen und rieb sie ungläubig. Dort vor der Türe stand ein glitzernder Lichtstrahl!In den schönsten Regenbogen Farben!Kurz blendete er Leni und sie schloss erschrocken die Augen. Doch dies war nur eine Sache von Sekunden und Leni fragte sich, ob sie nicht vielleicht nur geträumt hatte, als der Strahl sich nun auflöste und ein paar goldenen Locken zum Vorschein kamen.Diese umrahmten das schönste Gesicht, das Leni jemals gesehen hatte! Leni blickte in zwei wunderschöne große blaue Augen, die fast schon ins Lilane übergingen. Umrahmt waren diese, mit langen, dunklen Wimpern und ein süßes Stupsnäschen saß über rosafarbenen, wohl geschwungenen Lippen. Das Haar war goldblond, lang und lockig mit einem bläulichen Schimmer. Wo kam dieser bloß her? Das geheimnisvolle Mädchen riss Leni nun aus ihren Gedanken und sprach sie freundlich lächelnd an. "Hallo, Du musst Leni sein. Ich bin Miraly." stellte sie sich vor und reichte Leni ihre Hand. "Ja, ich habe Dich schon erwartet Miraly, komm doch erst mal hinein." forderte Leni sie nun lächelnd auf. Leni war aufgeregt wie lange nicht mehr, als das Nachbar Mädchen nun auch Oma Lehnchen begrüßte und ihnen dann in die gute Stube folgte, wie Oma Lehnchen ihr Wohnzimmer nannte.

Als beide nun Platz genommen hatte, brachte Oma Lehnchen den Kuchen und Kakao und sah die Mädchen freundlich an:"Ich lasse euch erst mal alleine, damit Ihr Euch kennenlernen könnt." meinte sie lächelnd und ging zurück in die Küche. Leni rutschte aufgeregt auf ihrem Stuhl hin und her.Sie hatte so viel Fragen an Miraly. Heimlich sah sie das blonde Mädchen an. Das war komisch! Da lag wirklich ein blauer Schimmer um ihr Haar! Leni musste Miraly einfach danach fragen:"Sag mal, Miraly, bilde ich mir das ein, oder hat dein blondes Haar einen blauen Schimmer?" Miry schaute Leni erstaunt an:"Das kannst du sehen?" fragte sie mit ungläubigen Augen.Nun war Leni verdutzt. "Warum sollte ich es nicht sehen können, wenn es doch vorhanden ist?" Miry sah Leni mit ihren ungewöhnlichen Blau-lila Augen an:"Das verrate ich Dir vielleicht später mal,"sprach sie," und nenne mich doch bitte Miry."Leni war ratlos. Na toll, da fing ihre Freundschaft gleich mit einem Geheimnis an! Doch die Aussicht, doch noch Mirys Geheimnis erfahren zu dürfen, stimmte Leni milde und so sprach sie:"Gerne nenne ich dich Miry, wenn du das möchtest.Erzählst du mir ein wenig von Irland?"fragte sie nun neugierig. Miry nickte und stellte ihren Kakao ab. "Irland ist das schönste Land das ich kenne,"schwärmte sie,"wunderschöne Natur, viel Grünes Land und herrliche Küsten. Und ganz viel Magie." schloss sie ihre Beschreibung. "Magie?" fragte Leni erstaunt. Miry sah Leni geheimnisvoll an:"Ja, Magie!," bestätigte sie Lenis Frage,"es kann sie nur nicht jeder sehen." Leni legte ihren Kuchen, von dem sie gerade abbeißen wollte, verstört zurück auf ihren Teller."So, wie das Leuchten von deinem Haar?" fragte sie Miraly. Diese jedoch zwinkerte ihr nur zu:"Vielleicht." meinte sie mit einem verschmitzten Lächeln und drehte eine ihre Locken um ihren Finger.Und wieder sah Leni es! Rund um die Haarsträhne war ein blaues Leuchten! Leni nahm sich vor, Oma Lehnchen zu fragen, ob auch sie es sah.Oder wirklich nur sie es sehen konnte.Aber jetzt erst mal, wollte Leni Miry ihr Zimmer zeigen,welches früher ihrer Mutter gehört hatte. Sie ergriff Mirys Hand und zog sie vom Stuhl:" Komm Miry, ich zeige dir mein Zimmer!"

Am Abend, als Miry längst schon wieder zu Hause war, dachte Leni immer noch über dieses sonderbare Mädchen nach.Viel hatte sie nicht mehr aus ihr herausbekommen, als sie zusammen in Lenis Zimmer saßen und Leni Miry ein wenig über sich, sowie auch Vaters Unfall erzählte. Doch eine Gemeinsamkeit hatten die Mädchen schon entdeckt, als Leni Miry ihre Elfen Bildchen Sammlung zeigte. Beide mochten Elfen! Leider stand Lenis Porzellan Elfen Sammlung zu Hause, und so konnte sie diese Miry nicht zeigen, aber Miry war schon alleine von den vielen Poesie Bildchen entzückt. "Glaubst du eigentlich an Elfen?" hatte sie Leni gefragt und diese hatte verneint:"Nein, nicht wirklich. Aber ich finde sie wunderschön!"hatte sie mit einem strahlenden Lächeln erwidert. Miry hatte darauf nur ganz abwesend auf die Bildchen geschaut und geflüstert:"Vielleicht gibt es sie ja doch." Aber dies, hatte Leni gar nicht mitbekommen. Dann hatte man sich verabschiedet und für den nächsten Tag ein Treffen bei Miry ausgemacht. Nun also saß Leni mit ihrer Großmutter am Tisch, auf dem das Abendbrot stand.Leni schaute abwesend auf den Aufschnitt, dann schaute sie Oma Lehnchen fragend an und fragte:" Sag mal, Omi, hast du auch diesen leichten blauen Schimmer auf Lenis Haar bemerkt?" Die alte Dame schaute Leni erstaunt an:"Was für einen blauen Schimmer, mein Kind?"wollte sie wissen. Doch Leni winkte ab:"Ach, ist schon gut,Omi." Wenn ihre Großmutter den blauen Schimmer nicht gesehen hatte, fand Leni es besser, vorerst darüber nichts mehr zu erwähnen. Irgendwann, so hoffte sie, würde Miraly sie schon aufklären, was es damit auf sich hatte.

Am nächstens Tag machte sich Leni dann freudig auf den Weg zum Nachbarhaus. Miraly meinte gestern zu ihr,sie solle ihren Badeanzug mitnehmen, ihre Großmutter hätte einen Pool im Garten.Und dass Miralys Onkel Rudolf, der noch zu Hause bei seiner Mutter lebte, heute Nachmittag auch grillen wollte und Leni darum nicht so viel zu Mittag essen sollte. Das fiel Leni heute nicht sehr schwer, denn es gab Linsensuppe bei Oma Lehnchen, und diese, mochte sie überhaupt nicht. Nun aber, lief sie fröhlich singend, zu dem Haus von Miralys Großmutter. Das kleine Backsteinhaus war umrahmt von einem großen Garten, aber auf der Vorderseite war kein Swimmingpool zu sehen. Na, dachte Leni, dann befindet sich dieser wohl hinter dem Haus. Sie öffnete das unverschlossene Tor und klopfte an die Türe. Aber nicht Miraly oder ihre Großmutter öffneten diese für Leni, nein, das war ein junger Mann, der das Aussehen eines alten Professors hatte! Im Gegensatz zu seinen wohl erst dreißig Jahren, umrahmten seinen Kopf nur noch ein paar wirr abstehende blonde Haare,die Nickelbrille saß schief auf seiner großen Adlernase und seine karierten Hosen wurden von altmodischen Hosenträgern gehalten und sein rotes Hemd hing halb aus dem Hosenbund. Leni musste sich sehr zusammenreißen, um nicht laut los zu lachen. Dieser Mann, der wohl Onkel Rudolf sein musste, sah aber auch zu witzig aus. Miraly, die nun hinter ihrem Onkel erschien, stellte beide vor und bat Leni dann, erst mal mit auf ihr Zimmer mit zu kommen. Dort angekommen, konnte Leni nicht mehr und prustete heraus:" Sag mal, warum sieht dein Onkel denn aus wie ein verwirrter Professor?" Miraly musste mitlachen. "Hahaha, ja, mein Onkel Rudolf ist schon so eine Marke,da hast du recht, aber ein ganz lieber Mensch. Professor passt, er ist immer am Irgendwas erfinden unten in Omas Keller.Ich darf dort aber nicht rein," meinte sie traurig," das macht mich natürlich noch neugieriger, als ich schon bin." "Oh," meinte Leni darauf," das klingt ja spannend." Sie setzten sich auf Miralys Bett und Leni nahm eine von Miralys Haarsträhnen in ihre Hand."Wirst du mir nun verraten, warum dein Haar blau leuchtet? Und warum nur ich das sehen kann? Großmutter nämlich, die sieht es nicht."wollte sie nun von Miraly wissen.


Wird "Das Geheimnis von Swake Valley" ein Erfolg, sind weitere Folgen geplant. Dieses wäre das 2. Buch

Strahlend schien die Sonne über die Tannen von Swake Valley und freudig sprangen die Eichhörnchen auf dem, schon längst aufgetauten Wald Boden herum. Joey, der auf dem Sofa kniete, um besser aus dem Fenster schauen zu können, drehte sich nun zu seinem Bruder herum, der ungeduldig an seinem T-Shirt zog:" Was ist denn, Jeremy?" fragte er und hob den etwa zweijährigen Jungen zu sich auf das Sofa hinauf. Jeremy streckte seinen Finger Richtung Fenster. " Hörnchen gehen." bat er seinen großen Bruder. Joey musste lachen: "Eichhörnchen heißt das, Jeremy." "Heischörnchen." lachte Jeremy mit seinem süßen Stimmchen und fing an Faxen zu machen. Joey sah ihn liebevoll an und kniff ihn dabei leicht in die Wange:" Du kleiner süßer Clown, Du!" " Du Cown." lachte Jeremy und machte einen Purzelbaum auf der Couch, bei dem er zu viel Schwung nahm und fast hinunterfiel. " Hey, nicht so stürmisch, mein Schatz!" fing Sandy Ihren Sohn auf, kitzelte und liebkoste ihn gleichzeitig. "Jetzt wird erst Mal zu Mittag gegessen, Dad wird auch gleich da sein." Kaum hatte sie das ausgesprochen, hörte sie auch schon, wie die Haustüre aufgeschlossen wurde, und Kevin betrat das Wohnzimmer. Voller Wohlgefallen schaute er auf seine kleine Familie. Noch vor knapp drei Jahren, dachte niemand, dass Joey heute noch unter ihnen weilen würde, da er damals an einem Hirntumor erkrankt war. Nie hätten sie daran geglaubt, die nötigen Ein Hundert Zwanzig Tausend Dollar für die lebensrettende Operation aufbringen zu können. Bis dann Weihnachten 2016 das Wunder ihn Form einer Erbschaft zu ihnen gekommen war. Jeremy lief auf seinen Vater zu: " Daddy!" rief er erfreut und Kevin öffnete seine Arme, um ihn aufzufangen. Dann strich er auch seinem Stiefsohn liebevoll über den Kopf:" Na, Sportsfreund, alles Okay?" "Alles okay,"antwortete Joey und griff zu Blue Paw, seinem Teddybären," außer dass Blue Paw ein Auge verloren hat." Traurig sah er seinen Bären an. Nun meldete sich Sandy zu Wort:"Ich werde ihm ein Neues besorgen und annähen, Joey." "Danke, Mom" erwiderte Joy und gemeinsam setzte man sich an den Tisch um das Mittagessen einzunehmen. Kevin schaute zu seiner Frau: "Ich habe einen Brief von einem Kollegen in Indien bekommen, der in der Usa studiert hat. Es geht um ein kleines Waisenmädchen, das starke Verbrennungen hatte und nun unter furchtbaren Narben leidet, die in Charlotte operiert werden sollen. Für die Kosten kommt ein Fond auf. Ajit möchte das Mädchen nach der Operation zur Erholung gerne noch ein paar Wochen hierlassen und hat bei mir angefragt, ob ich es aufnehmen könnte." Sandy schaute ihren Mann voller Empathie für das kleine Mädchen an :"Liebling, ich würde mich sehr gerne um dieses Mädchen kümmern, aber würde da nicht ein zu großes Kommunikation Problem bestehen? Wie alt ist die Kleine denn?" "Rani ist ungefähr in Joeys Alter,"antwortete Kevin," und wurde zweisprachig erzogen, spricht also auch englisch. Sie verlor ihre Eltern bei einem Autounfall. Sie überlebte, verbrannte aber schwer."meinte Kevin traurig. Er fuhr fort:"Gott sei Dank hat sie im Gesicht nicht sehr viel abbekommen, dafür umso mehr an Armen , Rücken, Beine. Durch das Vernarbte kann sie kaum die Arme heben und das möchten die Ärzte hier beheben." Mitfühlend sah Sandy ihn an:"Schreibe deinem Freund, dass Rani herzlich eingeladen ist und wir uns auf sie freuen." Kevin stand auf und legte seine Arme um seine Frau :"Darum liebe ich dich so, Darling, ich wusste ich kann auf dich zählen!" Joey schaute erstaunt von Einem zum Anderen. Wow, sie würden Besuch aus Indien bekommen, dachte er aufgeregt, endlich wieder einmal Abwechslung in Swake Valley!

Nachdem Kevin wieder in die Praxis gefahren war, rief Sandy Joey zu sich. Sie wollte von ihm wissen ob es ihm recht wäre, dass Rani in sein Zimmer mit einzieht. Ansonsten, würde sie für das Mädchen den Wäscheraum umgestalten . Joey sah sie mit seinen großen Kulleraugen an:" Sie kann ruhig mit in mein Zimmer einziehen, Mom,"meinte er,," ich denke alleine in einem fremden Land ist schon schwer genug, und da sollte sie nicht noch alleine in einem Zimmer sein." Sandy sah ihren Sohn liebevoll an und gab ihm einen Kuss auf seine Wange:" Das ist mein Junge,"lächelte sie nicht ohne Stolz," ich wusste du würdest so entscheiden." Joey jedoch winkte ab: "Ach Mom, das ist doch selbstverständlich für mich." Am Nachmittag, besuchte John, der Kevins Vater war und im Nebenhaus wohnte, die Familie. Sandy erzählte ihm beim Kaffee von Rani, dem Mädchen aus Indien. Und auch John, hatte Mitleid mit dem Kind:" Arme Kleine, gleich beide Elternteile verloren und dann noch so schwer verletzt.Wann wird sie denn ankommen?." Sandy sah von ihrem Kaffee auf:"Kevin sagte es wird Anfang Juli werden, bis sie dann aus dem Krankenhaus kann.Wir werden sie aber schon dort besuchen, damit sie sich ein wenig an uns gewöhnen kann." John nickte:" Ja,das ist eine gute Idee." Joey gesellte sich zu ihnen und liebevoll begrüßte er seinen Großvater:" Hallo Poppy, wir bekommen Besuch aus Indien!" meinte er aufgeregt und umarmte seinen Großvater. John nahm Joey auf seinen Schoss und schaute ihn mit seinen Wasserblauen Augen an:"Ja , mein Junge, Mom hat mir gerade davon erzählt. Klingt spannend!" "Ja, furchtbar aufregend!" erwiderte Joey ganz zappelig. "Ich kann es kaum erwarten!" Sandy musste lachen:" Du tust ja gerade so, als besuche uns eine Prinzessin." Nun musste auch Joey lachen:" Wer weiß, wer weiß...."

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Aufgeregt rutschte Joey im Auto hin und her. Bald würde er Sie das erste Mal sehen! Es wird das erste indische Mädchen sein, das er kennenlernen würde. Das war furchtbar aufregend! Zwar hatte er mittlerweile in Swake Valley auch Freunde in seinem Alter gefunden, jedoch wohnte man hier so weit auseinander ,dass man sich kaum zum Spielen traf. Da war eine Freundin im eigenen Haus schon besser! Ob sie mich mögen wird, dachte er nun.Vielleicht mag sie ja keine Jungs! Joey tippte seiner Mutter von hinten auf die Schultern:"Mom, glaubst du, Rani wird mich mögen?" Sandy musste lachen:"Warum sollte Sie Dich nicht mögen, mein Schatz?" Joey beruhigte sich ein wenig. Ja, dachte er, warum sollte Sie nicht? Nun kümmerte er sich schnell um seinen kleinen Bruder, der auf seinen Schoß wollte, um die Autos zu sehen. So eine lange Fahrt, war doch sehr langweilig für einen Zweijährigen. Nach zwei Stunden jedoch erreichten sie endlich Charlotte. Schnell hatte Kevin die Klinik gefunden, denn es war dasselbe Gebäude wie das, indem damals Joeys Diagnose erstellt wurde.Sie fanden einen Parkplatz im Schatten und voller Vorfreude, betraten sie nun die Klinik. "Warte Du kurz hier mit den Kindern," meinte Kevin zu Sandy," ich gehe mal nachfragen, auf welche Station wir müssen." Sandy nickte und nahm Jeremy an die Hand. "Kommt, Kinder, setzen wir uns kurz." Was die Familie Evans nicht bemerkt hatte, war, dass ihnen ein schwarzer Mercedes den ganzen Weg von Swake Valley bis Charlotte gefolgt war. Und auch der in schwarz gekleidete, fremdländisch wirkende Mann, der draußen, an der Wand lehnend eine Zigarette rauchte, entging ihrer Aufmerksamkeit. Kurz darauf kam Kevin lächelnd auf die Besucherbänke zu, auf denen Sandy mit den Kindern Platz genommen hatte. "Wir müssen zum Aufzug und hinauf in den 5.Stock," meinte er nun," dort wartet Dr. Kelly auf uns." Oben angekommen, gingen sie zum Schwesternzimmer um Bescheid zu geben, dass sie da wären. Die Schwester begrüßte sie freundlich und führte sie in das Büro des Chefarztes, der gleich kommen sollte.Auf dem Weg zum Zimmer sah Sandy sich neugierig um. Die Station war sehr kindgerecht eingerichtet. Helle gelbe Wände, die mit Märchenfiguren bemalt waren. Alles sah freundlich und sauber aus. Schwester Karen hielt Ihnen nun die Tür auf:" Setzen Sie sich bitte, der Doktor ist noch im Op, müsste aber jeden Moment kommen." Kevin und Sandy bedankten sich und nahmen Platz. Jeremy, der kurz vorm Einschlafen war, hielt sie auf ihren Schoß. Joey zeigte amüsiert in die Ecke des Zimmers und musste lachen:" Schau mal, Mom, da ist ein Skelett. Hat wohl nichts zu essen bekommen!" " Du Scherzbold!" lachte Sandy mit, und zerwühlte liebevoll den Lockenkopf ihres Großen. Alle schauten nun zur Tür, die soeben von Dr. Kelly geöffnet wurde. Der große schlanke Mann trat auf Kevin und Sandy zu und reichte ihnen seine Hand:"Sie sind also die Gasteltern unserer kleinen Rani." begrüßte er sie und bat sie Platz zu nehmen. Kevin setzte sich in den komfortablen Sessel und schaute lächelnd zu dem Arzt, der Rani operiert hatte :"Ja, Doc, wir sind schon ganz gespannt auf die Kleine." Sandy stimmte dem zu:"Ja, die ganze Familie freut sich schon darauf, das Mädchen kennenlernen zu dürfen." Sie sah stolz zu Joey rüber:" Mein Großer möchte sogar sein Zimmer mit ihr teilen!" Der Arzt schaute zufrieden auf diese Familie, ja, dort würde die kleine Rani bestimmt gut aufgehoben sein, dachte er . Er erhob sich nun aus seinem Bürostuhl:"Na, dann gehen wir die Kleine doch mal besuchen." forderte er sie lächelnd auf. Joey sprang aufgeregt von seinem Stuhl. Endlich! Gleich würde er sie sehen!Das Mädchen aus Indien! Sandy musste ihn Einhalt gebieten, so schnell sauste er aus dem Zimmer:"Hey, hey, hey, wir sind hier in einem Krankenhaus.Nicht so stürmisch, junger Mann! Joey bremste ab und sah seine Mutter verlegen an:"Sorry Mom, aber ich bin so aufgeregt." Sandy lächelte ihn an:" Das sind wie doch alle, mein Junge!" Nach dem sie ein paar Schritte den Gang entlang gegangen waren, blieb der Arzt vor der Tür mit der Nummer drei stehen."Hier liegt sie," meinte er,"sie ist noch ein wenig schüchtern, aber ich hoffe, dass wird sich legen."Sandy nickte verständnisvoll,während sie aufgeregt die Türklinke herunter drückte.


Raja sah Ajit mit zusammengekniffenen Augen an. "Und Du glaubst, das Mädchen wäre dort sicher?"fragt er ihn nun. Ajit Khan nickte zustimmend. "Auf jeden Fall Raja, Swake Valley ist ein winzig kleines Kaff in den Wäldern von North Carolina. Dort kann sie keiner kennen." Raja lief nervös auf und ab."Ich weiß nicht, Ajit, ich habe kein gutes Gefühl. Du weißt, was davon abhängt?" Ajit nahm einen tiefen Zug aus seiner Havanna, und seufzte auf: "Ohja, und wie ich das weiß, Raja." Raja wehrte den Rauchkringel ab, den Ajit wie extra in seine Richtung gepustet hatte und schaute in dabei eindringlich an:"Wir dürfen uns keinen Fehler erlauben, absolut keinen, ist das klar?!" "Absolut klar!"antwortete Ajit und griff zum Telefon.




2019 ist ein Band gesammelter Gedichte geplant